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Worauf sollten Sie beim Export nach Mexiko achten?

Feb 22, 2021

Wenn Waren in Mexiko importiert werden sollen, eröffnen sich Fragen zum Zoll, zu Steuern und sonstigen Formalitäten. Es gibt zwischen Mexiko und der Europäischen Union Abkommen, welche die Exporte nach Mexiko begünstigen.

 

Welche Importbestimmungen gibt es in Mexiko?

Das SAT (Servicio de Administracion Tributaria) ist für die Abwicklung der Importe zuständig. Jedes importierende Unternehmen muss sich in Mexiko im Importeurs-Register für das zu importierende Gut eintragen lassen. Für bestimmte Produkte (Stahl, Artikel aus Gummi, Software, chemisch-nukleare Produkte usw.) ist außerdem eine Registrierung in einem Spezialregister (Padrón de Sectores Específicos) vorgeschrieben. Ab einem Wert von 1.000 US-Dollar ist für die Abwicklung ein Zollagent (agentes aduanales) verpflichtend. Einfuhrlizenzen sind nur mehr für wenige Produkte (Erdölprodukte, gebrauchte Fahrzeuge usw.) erforderlich. Diese müssen beim Wirtschaftsministerium (Secretaría de Economía) beantragt werden.

 

Worauf müssen Sie beim Zoll in Mexiko achten?

 

Der mexikanische Zolltarif basiert auf der Nomenklatur des Harmonisierten Systems (HS). In diesem Zusammenhang hat Mexiko eine Ergänzung um zwei zusätzliche Positionen angekündigt, um eine detailliertere Zuordnung und eine genauere statistische Erfassung der Importe zu ermöglichen. Wann dieser Zusatz tatsächlich in Kraft tritt, ist noch offen. Die Zugehörigkeit zum HS bleibt auch nach dieser Änderung aufrecht, auch auf die Zolltarife und sonstigen Einfuhrbestimmungen wird es keine Auswirkung geben.

Mit der Europäischen Union trat im Jahr 2000 ein Freihandelsabkommen in Kraft, weshalb so gut wie alle Waren und Dienstleistungen mit Ursprung in der Europäischen Union von Zöllen befreit sind. Anfang 2020 trat das neue Freihandelsabkommen zwischen der EU und Mexiko in Kraft und brachte weitere Einfuhrerleichterungen mit sich.

Wichtig ist, dass der Ursprungsnachweis (EUR1, Erklärung des ermächtigten Exporteurs auf der Rechnung) vorliegt und die Waren auf direktem Wege von der EU nach Mexiko transportiert werden.

Weitere Zollvergünstigungen sind im Rahmen diverser Förderprogramme (IMMEX, PROSEC, ITA Plus, Regla 8 usw.) möglich. Diese Programme sind ausschließlich für in Mexiko produzierende Unternehmen interessant und in der Regel auf die Förderung des Reexports der hergestellten Produkte ausgerichtet.

Trotz der verschiedenen Freihandelsabkommen befindet sich Mexiko auf dem 21. Platz der komplexesten Zölle der Welt. Daher ist es notwendig, über einige Punkte Bescheid zu wissen, die den Prozess für diejenigen, die an einem Export in dieses Land interessiert sind, erleichtern. Das Zollsystem in Mexiko besteht aus 49 Büros, von denen sich viele an den nördlichen und südlichen Grenzen, aber auch an den nationalen Häfen sowie an den Flugterminals befinden. In den letzten Jahren wurde der Sektor modernisiert und es gab Fortschritte bei den Wartezeiten und der Geschwindigkeit der Verfahren. Das Sekretariat für Steuerverwaltung (SAT) verfügt über ein Portal für Zolldienstleistungen, zusätzlich zu einem „einzigen Fenster für den Außenhandel“ (VUCEM), wo Informationen elektronisch gesendet und die verschiedenen Verfahren gemäß den unterschiedlichen Vorschriften und nichttarifären Beschränkungen im Außenhandel durchgeführt werden können. Es bietet auch Informationen zu Zollagenten.

Wie hoch sind die Einfuhrabgaben in Mexiko?

 

Beim Import fällt die Einfuhrumsatzsteuer an, welche der Mehrwertsteuer entspricht (Normalsteuersatz 16 %). Ausgenommen von der Einfuhrumsatzsteuer sind u.a. temporäre Einfuhr sowie Waren, die von der Umsatzsteuer befreit sind. 

Welche Restriktionen gibt es beim Import in Mexiko?

Nahrungsmittel, Getränke und Medikamente müssen vorher beim Gesundheitsministerium registriert und durch ein spanischsprachiges Etikett ausgezeichnet werden. Bekleidungsartikel müssen ebenfalls mit einem Etikett in spanischer Sprache versehen sein. Für Spielfilme ist außerdem eine Bewilligung der „Cineteca Nacional“ erforderlich. Sondervorschriften bestehen des Weiteren für die Einfuhr von lebenden Tieren, Futtermitteln, Pflanzen und Saaten.

Wie entwickelt sich Mexiko?

 

Mexiko hat sich zu einem der dynamischsten Schwellenländer der Welt entwickelt und einen Zuwachs bei der Pro-Kopf-Produktion um real fast 20 % verzeichnet. Mexiko ist Teil der OECD und war das erste Land Lateinamerikas, das mit der EU ein Freihandelsabkommen ratifiziert hat. Ab 2001 war dies in Kraft, 2018 wurde es reformiert und der Warenaustausch ist bereits relativ umfangreich: 62 Mrd. EUR im Warenverkehr (2017) und 15 Mrd. EUR im Dienstleistungsverkehr (2016). Somit ist Mexiko eine dynamisch aufstrebende Volkswirtschaft mit 128 Millionen Einwohnern und bietet noch ein gewaltiges Potenzial für die Expansion der Ausfuhren.

Laut Angaben des IMF (Internationalen Währungsfonds) ist Mexiko die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas und weltweit auf dem 15. Platz (in nominalen Zahlen). Die EU ist der drittgrößte Handelspartner und nach Brasilien ist Mexiko der zweitgrößte Handelspartner der EU in der Region. Exporte von EU-Unternehmen nach Mexiko betrugen 38 Mrd. EUR im Warenverkehr (2017) und 10 Mrd. EUR im Dienstleistungsverkehr (2016).

Durch das modifizierte Freihandelsabkommen ist es für den Handel jetzt einfacher, Waren nach Mexiko zu exportieren.

Welche Begleitpapiere sind beim Import in Mexiko notwendig?

 

Dem offiziellen Antragspapier sind folgende Dokumente beizulegen:

  • die Handelsrechnung ab einem Wert von 300 US-Dollar,
  • das Schiffskonnossement,
  • gegebenenfalls erforderliche Lizenzen und Genehmigungen,
  • Herkunfts- und Ursprungszeugnisse,
  • die vorgeschriebenen Informationen zur Ermöglichung der Identifizierung, Analyse und Kontrolle der Waren.

     Wie ist der Ablauf beim Import?

    1. Eintragung in das Bundessteuerregister (Registro Federal de Contribuyentes).
    2. Sofern steuerliche Schulden oder offene Angelegenheiten beim Finanzamt bestehen, sollten diese geklärt werden.
    3. Stellen Sie sicher, dass Sie über eine aktuelle „fortgeschrittene elektronische Signatur“ verfügen (im mexikanischen SAT-System).
    4. Beauftragen Sie ein Unternehmen, das Erfahrung mit Zolldienstleistungen hat.
    5. Registrieren Sie sich im Register der Importeure (padrón de importadores).
    6. Lassen Sie den Auftrag durch den zuständigen Zollagenten ausführen.
    7. Bezahlen Sie die geltenden Beiträge und Leistungen.
    8. Halten Sie die Vorschriften und nicht-tarifären Beschränkungen ein, denen die Ware unterliegt.
    9. Führen Sie Bestandskontrollsysteme mit aktualisierten Aufzeichnungen über die importierten Waren. Auf Anfrage müssen Sie diese der Zollbehörde zur Verfügung stellen.
    10. Legen Sie dem Zollagenten oder dem Dienstleistungsunternehmen unter Protest eine schriftliche Erklärung vor, welche die zur Bestimmung des Zollwerts der Waren erforderlichen Elemente enthält.

     

    Was muss beim Import in Mexiko noch beachtet werden?

     

    1. Wer Waren aus dem Inland in ein Zollverfahren einführt, ist verpflichtet, den Zollbehörden mittels eines elektronischen Dokuments die Informationen über ihren Wert zu übermitteln.
    2. Es wird empfohlen, das Dokument, mit dem den Zollagenten der Auftrag erteilt wird, als ihr Bevollmächtigter oder Vertreter zu handeln und ihre Tätigkeit auszuüben, elektronisch bei der Allgemeinen Zollverwaltung zu registrieren.
    3. Die Außenhandelssteuern und ggf. Ausgleichskontingente sind zu entrichten und sonstige Verpflichtungen im Bereich nichttarifärer Regelungen und Beschränkungen sind einzuhalten.

     

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